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Bienvenidos auf unserer neugestalteten Webseite!

1992 , also vor 25 Jahren haben wir zusammen mit der Mitka und ihren
Importgruppen angefangen Kooperativen Kaffee aus El Salvador zu importieren. Dazu hat Ulf einen schönen Artikel geschrieben , der in der ILA 400 erschienen ist.

Ziemlich gute Freundinnen .

Die ILA und La Cortadora, die salvadorianische Kaffeepflückerin

Viel Vergnügen beim historischem Überblick!

https://www.ila-web.de/ausgaben/400/ziemlich-gute-freundinnen

 

Foto: Cafe Bella Napoles,San Salvador

Aus Anlaß unseres 25 Jahre Jubiläums bieten wir im Januar 2018 eine Kaffeerundreise nach El Salvador an:

Kaffeereise_Januar 2018_Werbung lang(1)

Kaffeereise_Januar 2018_Programm-Vorschlag

Bitte wendet euch bei Interesse an

contakt@cafe-cortadora.de

 

Fotos: Cooperativa Santa Adelaida

 

Einige Eindrücke vom Kaffeeland El Salvador bekommt Ihr hier:

 

El Salvador Impresionante – Catálogo Ruta del Café

Wir haben unten eine Suchfunktion für weitere Informationen:

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Historisches

 

Historisches

Artikel Frankfurter Rundschau 8.5.2000

´Für eine Hand voll Dollars`   von Jan Braunholz

 

Die Macht der Kaffeebarone
September/Oktober 1990
Seit der Machtübernahme der rechtsgerichteten ARENA-Partei in El Salvador sind diejenigen wieder auf der politischen Bühne des Landes getreten, die tradi­tionell die Macht ausübten: die Kaffeeoligarchie. Jene 14 Familien, die Ende der 70er Jahre in aller Munde waren, als es darum ging, die Dominanz einiger weni­ger über die ausgebeutete Mehrzahl der Bevölkerung zu erklären. In den 80er Jah­ren wurde vielfach versucht darzustellen, daß diese einstmals so Mächtigen durch verschiedene Maßnahmen, darunter die Agrarreform von 1980, an Macht einge­büßt hätten. Der „Deutsche Kaffeeverband“ Dachverband der grö゚ten bundes­deutschen Röster und Importeure von Kaffee, die der zweitwichtigster Abnehmer salvadorianischen Kaffees sind, versteigt sich sogar zu der Behauptung, daß die Kaffeeoligarchie nicht mehr das Bild des Landes bestimmen würde. Angesichts dieser Verdrehungen und des in den USA begonnenen Boykotts sal­vadorianischen Kaffees, der sich zum Ziel setzte, Druck auf die ARENA-Regie­rung und die sie tragenden Kaffeepflanzer und Mordkommandos zugunsten einer politischen Verhandlungslösung auszuüben, erscheint es uns dringend notwen­dig, die Geschichte und die aktuelle Realität des Kaffeeanbaus in El Salvador dar­zustellen. Diese gekürzte Studie wird ebenfalls in etwa gleichem Wortlaut in der Zeitschrift ILA erscheinen. Diese Informationsdoppelung, (die wir normalerweise vermeiden), soll fundierte Kenntnisse zum Agrar- und Kaffeesektor El Salvadors vermitteln. Denn in der nächsten Zeit wird im Neuen Dicken Deutschland eine Kaffeekampagne beginnen, die eine ähnliche Zielsetzung hat wie die in den USA.
Die Kaffeekrise und ein Aufstand

Seit der Einführung des Kaffees Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die Geschicke El Salvadors und v.a. seiner BewohnerInnen vom Kaffee bestimmt, präziser gesagt, von den Familien der Kaffeepflanzer. Die reiche Oberschicht eignete sich per Regierungsdekrete und simplen Betrug die Gemeindeländereien der indianischen Urbevölkerung an, auf deren fruchtbaren vulkanischen Böden Grundnahrungsmittel angebaut wurden.
Die Folgen der heute von IWF und Weltbank und den nordatlantischen Demokratien propagierten Einbindung der Peripherie in den Weltmarkt via ver­stärkten Exporten, hatten die SalvadorianerInnen bereits vor 60 Jahren zu spüren bekommen. Fielen die Preise für Kaffee – wie 1930 – so ließen die Kaffeepflanzer die Kaffeekirschen an den Sträuchern verfaulen, die SaisonarbeiterInnen hun­gerten. Als diese sich 1932 in einem Aufstand gegen die menschenunwürdigen Bedingungen wehrten, wurden sie massakriert; damals starben so 30.000 Menschen.
Nach der Niederschlagung des Aufstands nahm die Zahl der LandarbeiterInnen und der landlosen Bauern stetig zu; Mitte der 70er Jahre hatten über 80% der Landbevölkerung kein Land oder zuwenig, um davon leben zu können. Ihre Situation stand in scharfen Kontrast zu der starken Konzentration von Landbesitz in den Händen weniger Familien. 1961 besaßen 2,26% der kaffee­produzierenden Betriebe 43,9% der gesamten Kaffeefläche und erzeugten über die Hälfte der Gesamternte. 1974 exportierten nur 14 Familien 63,2% der gesamten Produktion.

Der Militärputsch von 1979

Nach dem Putsch gegen General Romero am 15. Oktober 1979 stellte die erste Regierungsjunta verschiedene Reformpläne zusammen, die die Macht der Groß­grundbesitzer und besonders der Kaffeeoligarchie beschneiden sollten. Vor allem unter dem Druck der starken Volksbewegung wurde öffentlich über eine Agrar­reform gesprochen. Die Repression und Massaker der Sicherheitskräfte und der paramilitärischen Gruppen der Kaffeepflanzer gegen die organisierte Bevölke­rung und der Unmöglichkeit, diesem Treiben durch eine reformistische Regie­rung ein Ende zu setzen, führte im Dezember 1979 zum Austritt sämtlicher zivi­ler Mitglieder der Junta, mit Ausnahme der Christdemokraten. Das übriggeblie­bene Rumpfkabinett aus Militärs und Christdemokraten sah v.a. zwei Notwen­digkeiten: Zum einen sollte mittels Reformen und Repression ein Keil in die Volksbewegung getrieben werden oder, wie es ein christdemokratischer Regie­rungsfunktionär, der ungenannt bleiben wollte, 1985 ausdrückte: „Da gab es das US-Projekt der Aufstandsbekämpfung, in dem diese Reformen [Agrarreform und Verstaatlichung des Außenhandels] wichtige Bestandteile waren. Die riesige zukünftige US-amerikanische Finanzhilfe machte es notwendig, rein formal eine Regierung zu präsentieren, die bemüht ist, Reformen zur Umverteilung des Reichtums durchzuführen…“. Zum anderen mußten die Deviseneinahmen für die Regierung gesichert werden, um die Stabilität im Sinne der Junta zu erhalten. Und die wichtigste Devisenquelle des Landes war auch 1979 der Kaffee; sein Export machte 63,7% der Gesamtexporte des Landes aus.

Verstaatlichung des Kaffeexports und Agrarreform

Am 2. Januar 1980 gründete die Junta durch das Dekret 75 das „Nationale Kaffee­institut“, INCAFE, und verstaatlichte den Außenhandel. Sie sicherte sich damit die Kontrolle über die Devisen des weitaus wichtigsten Produktes des Landes.
Am 6. März 1980 verkündete die Regierung inmitten einer brutalen Repres­sionswelle gegen die Volksbewegung die Agrarreform. Die zur Enteignung vor­gesehenen Ländereien über 500 ha wurden militärisch besetzt, und Hunderte von organisierten LandarbeiterInnen und PächterInnen wurden ermordet oder vertrieben. Die ersten beiden Phasen der Agrarreform betrafen in unterschiedli­cher Weise die Kaffeeoligarchie: In der Phase I wurde die Enteignung von Gütern über 500 ha festgelegt. Die Entschädigung der alten Besitzer wurde den neuge­gründeten Kooperativen aufgebürdet. Noch nach der Feststellung des Wertes wurde von den ehemaligen Besitzern zwischen 25% und 40% aller landwirt­schaftlichen Maschinen, das Saatgut, Dünger und Pestizide von den enteigneten Fincas fortgeschafft, 30% des gesamten Viehbestandes wurde geschlachtet. 45% der in der Phase I enteigneten Landes war für landwirtschaftliche Produktion nicht geeignet, ein Großteil des verbleibenden Landes war von schlechter Quali­tät. Die Phase I betraf die großen Kaffeeproduzenten nur zu einem geringen Teil, da vergleichsweise wenige Kaffeeplantagen eine Größe über 500 ha aufwiesen. Der Großteil der Flächen, auf denen Kaffeeverarbeitungsanlagen (im folgenden: „Beneficios“) installiert waren, wurden in Zusammenarbeit von Grundbesitzern und Regierung als „städtische Gebiete“ deklariert und fielen somit nicht mehr unter das Agrarreformgesetz. Von den bis 1981 enteigneten 311 Fincas wurden insgesamt 99 kaffeeproduzierende Betriebe mit einem Anteil von 12 bis 14% der gesamten Kaffeeanbaufläche an die Kooperativen übergeben. 17,7% der in der Phase I enteigneten Ländereien waren im Besitz der 36 wichtigsten Kaffeeprodu­zenten gewesen, aber davon waren nur 2,9% Kaffeefincas. Die meisten Kaffee­fincas, die sich auf den fruchtbarsten Böden des Landes befinden – im Gegensatz zu den Flächen der Phase I, auf denen vielfach extensive Weidewirtschaft betrie­ben wurde – wiesen eine Größe unter 500 ha auf und sollten ursprünglich in der Phase II betroffen werden. Die in dieser Phase vorgesehene Enteignung der Güter zwischen 100 und 500 ha fand nie statt. Der Artikel 105 der neuen Verfas­sung (Präsident der Verfassunggebenden Versammlung war ARENA-Gründer Roberto D’Abuisson) von 1983 reduzierte die zu enteignenden Güter auf Betriebe zwischen 100 ha und 245 ha. Zudem sah die Verfassung drei Jahre bis zur Ent­eignung vor, in denen die über 245 ha hinausgehenden Flächen auf die Fami­lienmitglieder umgeschrieben werden konnten. Trotz vollmundiger Bekundun­gen der christdemokratischen Regierung ab 1984 wurde aber selbst diese einge­schränkte Phase II nicht mehr umgesetzt.

Kooperativen ausgetrickst

Durch die Enteignung von Kaffeeplantagen im Zuge der Agrarreform übernahm das neugegründete INCAFE insgesamt 16 Beneficios, die sich auf den entspre­chenden Gütern befanden. Dabei wurde per Gesetz festgelegt, daß nach späte­stens drei Jahren die Anlagen in die Hand der Kooperativen übergehen oder aber in Form von gemischten Gesellschaften, in denen INCAFE 25% der Anteile behält, betrieben werden. Nach dieser Übergangszeit stellte sich bei den Benefi­cios folgendes Panorama dar: Vier Anlagen gehörten INCAFE, sechs wurden von Kooperativen betrieben, fünf von staatlich-privaten Unternehmen, und über fünf weitere behielt INCAFE die Kontrolle.
1980/81, zu Zeiten des Aufschwungs der Volksbewegung bzw. dem Beginn des bewaffneten Befreiungskampfes durch die FMLN, brauchte die salvadorianische Regierung Geld, um zusammen mit der US-Hilfe das Aufstandsbekämpfungs­programm zu finanzieren. Die Verstaatlichung des Außenhandels, die Gründung von INCAFE und die Übernahme der 16 Beneficios ermöglichten, daß sich die Regierung in den Besitz der dringend benötigten Devisen brachte; durch Exporte, Verarbeitung und Ankauf/Verkauf des wichtigsten Exportgutes des Landes: Kaffee.

Der „El Salvador-Deal“ – Rothfos KG Hamburg und die Aufstandsbekämpfung

In diese Zeit fällt auch der erste „El Salvador-Deal“ des größten Abnehmers von Kaffee aus El Salvador, der Bernhard Rothfos KG Hamburg: Obwohl nach dem damaligen Internationalen Kaffeeabkommen (ICA) der Kaffee nur entsprechend der festgelegten Quartalsquoten exportiert werden konnte, wurde bei El Salvador eine Ausnahme gemacht: Das Land durfte bereits kurz nach der Ernte seine gesamte Exportmenge in den Freihäfen von Amsterdam, New York und Ham­burg einlagern. 50% der Ernte gingen nach Hamburg, gemanagt von Rothfos. Damit war der Kaffee krisen- und sabotagesicher ausgelagert und El Salvador erhielt 60% des geltenden Weltmarktpreises bereits im Voraus gezahlt. Wichtige Devisen für den Krieg.

Veränderungen durch INCAFE

Einer der Kritikpunkte, mit denen die Verstaatlichung der Kaffeevermarktung begründet wurde, setzte sich auch danach fort und entwickelte sich zu einer lukrativen Auslandskasse für die Regierung: Die Zurückbehaltung von Devisen aus Exporterlösen im Ausland. Machte dieser Anteil 1979 noch 16,7% der gesamten durch die Kaffeeausfuhr erzielten Devisen aus, so stieg er 1980 auf 36,6% an. Erst ab 1982 nahm diese Praxis etwas ab. Zwei weitere Maßnahmen sollten dafür sorgen, daß neben den Steuereinnahmen aus dem Export der Staat zusätzliche Einnahmen erzielte: So wurden die Kosten für die Verarbeitung von 500 Pfund Rohkaffee zu exportfähigem Kaffee von INCAFE festgelegt und stie­gen von 28,29 im Jahr 1979 auf 50 Colones 1980/81 an.
Von 1980 bis 86 strich der Staat Sondereinnahmen v.a. durch seine Wechselkurs­politik ein. Während ein Quintal Kaffee auf dem Weltmarkt 141 US-$ erzielte waren dies nach dem offizellen Wechselkurs von 325,6 Colones, aber nach dem (legalisierten) Parallelkurs 564 Colones. Den Erzeugern wurde jedoch lediglich 180 Colones ausbezahlt. Durch die offizielle Abwertung der Währung Anfang 1986 wurden diese Extraeinnahmen des Staates in ihrem Ausmaß reduziert.

Die Kaffeeoligarchie und die Verstaatlichung

Die Proteste und der Widerstand der Kaffeepflanzer und deren Verbände wie ASCAFE und ABECAFE, gegen die Einmischung des Staates in den Kaffeesektor, waren von Beginn an sehr hartnäckig. Sie machten INCAFE verantwortlich für den Rückgang der Produktion seit 1980 und den damit verbundenen gesunkenen Exporten. Obwohl sie weiterhin, selbst bei den gesunkenen Preisen Gewinne erwirtschafteten, wenn auch geringere als vor 1980, forderten sie Auflösung von INCAFE und die Liberalisierung des Außenhandels. Zwar sank seit 1979 die Produktion von Kaffee, wie auch die Flächenerträge, aber dies ist nicht allein auf INCAFE zurückzuführen. Die wichtigsten Gründe für den Rückgang der Produktion waren u.a. der Krieg, gestiegene Produktionskosten, die Zunahme von Krankheiten und Schädlingen, ohne daß adäquate Behandlungen vorge­nommen wurden. 1984 waren 47% der gesamten Anbaufläche von Kaffee ganz oder teilweise verlassen worden, von denen wiederum 98,5% dem Privatsektor und nur 1,5% dem reformierten Sektor angehörten.
Die Macht der Kaffeeoligarchie war und ist jedoch auch nach den von ihr so heftig bekämpften Reformen keineswegs auch nur annäherungsweise angerührt worden. Verschiedene Mechanismen haben dazu beigetragen, daß sie die Einbu­ßen, die sie durch die Nationalisierung des Außenhandels mit Kaffee hinnehmen mußten, reichlich überkompensieren konnten. Die um 15% gesenkten Erzeuger­preise bei gleichem Weltmarktpreisniveau, die theoretisch auch die Kaffeebarone trafen, konnten diese – da zugleich Besitzer der meisten Beneficios – durch billi­gen Ankauf von Kaffee zur Verarbeitung wettmachen. Gleichzeitig profitierten sie von der Erhöhung der Verarbeitungsspanne in den Beneficios um fast 100%. Sogar in einer Studie der US-„Entwicklungshilfe“-Agentur AID von 1984 wird vermutet, daß die Mehrzahl der kleineren und mittleren Verluste erwirtschaftet: „Die Fincas größer als 14 ha, die nur 5% aller Produzenten ausmachen, erzeugen ca. 81% der gesamten Kaffeeproduktion, Damit scheint der Schluß erlaubt, daß sie die produktivsten Betriebe sind. Das heißt auch, daß z.Zt. 95% aller Betriebe, die weniger als 14 ha besitzen, Verluste erwirtschaften.“

Der Reformprozeß – eine Legende

Waren die Veränderungen der Preise für Verarbeitung und Aufkauf von Kaffee dazu gedacht (und erreichten dies auch anfänglich), dem Staat durch seine Betei­ligung an der Verarbeitung des Kaffees zusätzliche Einnahmen zu verschaffen, wurden diese Maßnahmen von von den großen Kaffeepflanzern bald umgangen. Die überwiegende Mehrzahl der Beneficios, 101 von 121, befinden sich nach wie vor in der Hand der Kaffeepflanzer, die damit den Verarbeitungsprozeß nahezu vollständig kontrollieren. Die extreme Konzentration des Bodenbesitzes und der Einkommen in El Salvador spiegelt sich auch bei den Beneficios. So besitzen nur 48 Personen oder Privatunternehmen 60 Beneficios mit einer Verarbeitungskapa­zität von 83% des Landes. Die sechs Beneficios, über die die Kooperativen verfü­gen, machen dagegen weniger als 5% der landesweiten Kapazität aus. Hinzu kommt, daß die Beneficios des reformierten Sektors i.d.R. nur Kaffee ihrer Kooperativen verarbeiten können und dadurch noch erheblich unter der Kapa­zitätsauslastung und damit unrentabel arbeiten.
INCAFE verarbeitete 1984 3,8% der gesamten Kaffeeproduktion. 1985 war das Beneficio „Santa Ana“ kurz vor dem Schließen, weil es über keinen Rohkaffee mehr verfügte. 1987 verarbeitete das Beneficio „Chalchuapa“ mit 800 bis 900 Quintales pro Tag, obwohl die Anlage auf 20.000 pro Tag ausgelegt ist. Ursache war und ist v.a. der systematische Boykott der Zulieferung von Kaffee durch die privaten Kaffeepflanzer. Zum einen versuchten sie damit, die Regierung unter Druck zu setzen, sich aus der Kaffeevermarktung zurückzuziehen und INCAFE aufzulösen. Zum anderen richtete sich der Boykott dagegen, daß in allen INCAFE-Beneficios die Belegschaft gewerkschaftlich organisiert ist (SICAFE, Gewerkschaft der KaffeeindustriearbeiterInnen).
1987 kontrollierten 6,77% der Kaffeepflanzer 90% der gesamten Kaffeeproduk­tion; nur 10 Unternehmen verarbeiteten 1985 nahezu 69% der gesamten Produk­tion. Allein aus diesen Zahlen wird deutlich, daß die Macht der alten und neuen Oligarchie trotz Verstaatlichung und Agrarreform nach wie vor unangetastet geblieben ist. Im Gegenteil, die Kaffeebarone konnten ihre dominierende Stellung auf dem Gebiet der Verarbeitung sogar noch ausbauen.
Daß die Wirtschaft des Landes auch in den 80er Jahren noch auf die Bedürfnisse der Oligarchie zugeschnitten wird, zeigt auch das Kreditsystem: 1987 waren 76% aller landwirtschaftlichen Kredite für den Kaffeesektor bestimmt, 1979 waren es noch 51% und 1984 bereits 65% gewesen.
Es wurde zu keiner Zeit ernsthaft der Versuch unternommen, tiefgreifende Veränderungen in der Besitzstruktur des Kaffeeanbaus und seiner verarbeitung durchzuführen. Der einzige Wandel bestand darin, daß INCAFE die Exporte kontrollierte und der Staat seine Einnahmen über Steuern, Preisfestlegungen und Wechselkurspolitik erhöhte. Diese zusätzlichen Einkünfte standen jedoch keineswegs für das Wohl der breiten Bevölkerung zur Verfügung, sondern wurden in das mörderische Projekt der Aufstandsbekämpfung investiert.

Die Kaffeebarone an der politischen Macht

Durch die Machtübernahme des politischen Arms der Kaffeepflanzer, die ARENA-Partei, 1989 unter dem Präsidenten und Kaffeemillionär Cristiani-Burk­hard, ist die Kaffeeoligarchie dem Ziel der Wiederherstellung der alten Macht­verhältnisse auf dem Kaffeesektor bedeutend näher gekommen. Gemäß der wirtschaftsliberalen Vorstellungen beflügeln einzig Privatunternehmen und Privatisierung die Wirtschaft eines Landes. Ein Konzept, das mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung in ganz Lateinamerika angewandt wird. Im Einklang mit diesen Ideen forcierte die Cristiani-Regierung die Privatisierung von ehemals staatlichen Institutionen. Im August 1989 erklärte der von ARENA dominierte Oberste Gerichtshof das Kaffeevermarktungsmonopol von INCAFE für verfas­sungswidrig. Danach wurde durch Gesetz beschlossen, daß INCAFE zwar weiterarbeiten kann, allerdings „zu gleichen Bedingungen wie die Privatunter­nehmer.“ Im Klartext bedeutet dies, daß man zu den Zeiten vor INCAFE zurück­kehren will, wo die damalige „Compañía Salvadoreña de Café“ diejenigen Kosten und Risiken übernommen hatte, die die privaten Verarbeiter und Exporteure nicht zu tragen bereit waren. Die ersten „Erfolge“ dieser Liberalisierung sind bereits erkennbar: Zwei Beneficios von INCAFE, in denen die Belegschaft gewerkschaftlich organisiert ist, wurden von der Zufuhr jeglichen Rohkaffees abgeschnitten.

Die Oligarchie und der Verfall der Weltmarktpreise

Seit dem Zusammenbruch des Internationalen Kaffeeabkommens 1989 sinken die Weltmarktpreise für Kaffee dramatisch: Die Preise stürzten im ersten Halbjahr 1990 auf 85 US-$ (1988 = 130 US-$), worauf die Vereinigung der Kaffeepflanzer ASCAFE und die Vereinigung der Verarbeiter und Exporteure ABECAFE mit der Aussetzung ihrer Verkäufe reagierten. Das ökonomische Modell der ARENA-Regierung, wonach der Kaffeesektor die führende Rolle bei der Gesundung der Volkswirtschaft spielen sollte, wird dadurch – zusätzlich zur ungelösten Kriegs­situation – zusehends fragwürdig. Von der Situation werden auf jeden Fall erneut die Kaffeebarone profitieren: Niedrige Weltmarktpreise haben sie schon immer auf die ArbeiterInnen bei Ernte und Verarbeitung sowie auf die Kleinproduzen­ten abgewälzt. Das finanzielle Polster der „Cafetaleros“ ist groß genug, um eine Erntesaison auszusetzen, die Kaffeebohnen an den Sträuchern verfaulen zu lassen und die ohnehin schon miserablen Löhne weiter zu kürzen oder gar nichts mehr zu zahlen.
Aber es gibt einen Unterschied zur Situation von 1930-32: Der Krieg gegen die Befreiungsbewegung FMLN und die organisierte Bevölkerung kostet Geld. Steuern und Deviseneinnahmen sind nötig, denn nicht alles wird von den USA bezahlt, trotz der täglichen 1,5 Mio US-$, die aus Washington in die Kriegskasse fließen. In den letzten Jahren kamen noch immer 64% aller Deviseneinnahmen und 15% der Steuereinnahmen des Staates aus dem Export der blutigen Kaffee­bohne…

Text: Lateinamerikasolidarität e.V., Stuttgart
Lateinamerikanachrichten Nummer 196/197 -September / Oktober 1990

 

„Die haben gesagt, es müssen zwei Frauen kommen…“

Erfahrungen der Kaffeekampagne El Salvador in der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in El Salvador
Dezember 2000

Der erste Versuch, mit salvadorianischem Kaffee Politik zu machen, datierte Anfang der 80er Jahre – die sandinistische Revolution war bereits ins Fadenkreuz der Aufstandsbekämpfer geraten, in El Salvador scheiterte im Januar 1981 die Offensive der FMLN, mit der noch vor Reagans Amtsantritt das Blatt gewendet werden sollte. Die Todesschwadronen wüteten. Die bescheidenen Kenntnisse der damals ca. 50 El Salvador-Komittees über die Kaffeewirtschaft in jenem Land reichten aus, um mit der Parole „An diesem Kaffee klebt Blut“ zu einem Boykott aufzurufen. Das gedieh nicht sehr weit – die Kampagne „Waffen für El Salvador“ wurde wichtiger.
Beim zweiten Anlauf sollte ein Boykott salvadorianischen Kaffees kombiniert werden mit der Unterstützung der sandinistischen Revolution durch einen alternativen Handel mit nicaraguanischem Kaffee. Aus dem Boykott wurde wieder nicht viel; aber der zweite Teil der Kampagne geriet über die Jahre zum beachtlichen Import und Konsum der Marke „Sandino Dröhnung“.
Zur Geschichte der Kaffeekampagne – vom Boykott zum Import von Kaffee aus El Salvador

1989 schließlich fiel die Berliner Mauer, demonstrierte die FMLN mit ihrer November-Offensive militärische Stärke und nahmen die Bemühungen um eine Verhandlungslösung in El Salvador Gestalt an. In den USA hatte die gewerkschaftliche Solidaritätsorganisation National Labor Committee die gute Idee, mit einem Boykott salvadorianischen Kaffees Druck in Richtung auf eine politische Verhandlungslösung zur Beendigung des Krieges und zur Beseitigung seiner Hauptursache, der ungleichen Landverteilung, auszuüben. Die Idee fand hierzulande sofort großen Anklang, zumal die Bundesrepublik der zweit wichtigste Abnehmer salvadorianischen Kaffees war (heute ist sie der wichtigste), die hiesigen Importeure und Röster aber nicht unbedingt auf die damals ca. 4% Kaffee angewiesen waren, die aus El Salvador kamen.
Da schon damals der Zeitgeist weit um sich gegriffen hatte, vermied die Kaffeekampagne El Salvador, die schnell nach Bekanntwerden der US-amerikanischen Erfolge mit der Kaffee-Politik entstanden war, das Wort Boykott und bat die führenden Kaffeekonzerne, vom Import salvadorianischen Kaffees Abstand zu nehmen, um in Zeiten der Friedensverhandlungen mit den Einnahmen aus dem Kaffee-Export nicht länger die Kriegswirtschaft zu stützen. Das Problem dieser Kampagne war aber weniger die Wortwohl als der Umstand, daß der salvadorianische Kaffee nicht dingfest zu machen war – er steckte und steckt in anonymen Mischungen. Als es der rechtsextremen ARENA-Partei, die inzwischen in El Salvador regierte, gelang den Kaffee-Boykott in den USA und unsere Bemühungen als von der FMLN gesteuerten terroristischen Vaterlandsverrat darzustellen und wir, weil es in El Salvador keine KaffeepflückerInnen-Gewerkschaften gab, keine Gegenstimme ins Felde führen konnten, war der Ofen vollends aus.
Doch dann kamen im Januar 1992 die Friedensverträge. Der ursprüngliche Zweck unserer Bemühungen war erreicht. Die Lektüre der Friedensverträge insbesondere des mageren Kapitels über die wirtschaftlichen und sozialen Probleme und darin der Agrarfragen, machten uns schnell klar, daß der Friedensprozess die Agrarreform von 1980 nicht vertiefen würde. So fanden wir uns in einer Situation, in der immer noch – und das bis heute – 90% des salvadorianischen Export-Kaffees von den Kaffeebaronen kontrolliert wird. Mit dem Slogan „Kooperativen-Kaffee statt Bonzen-Kaffee“ gingen wir deshalb dazu über, salvadorianischen Kooperativen-Kaffee über den alternativen Handel zu importieren. Die KollegInnen in den USA kamen übrigens zu derselben Schlußfolgerung.
Der Einstieg in das „Kaffeegeschäft“ war nicht umstritten, es wurde die Gefahr gesehen, es anderen Handelsorganisationen gleich zu machen und vor lauter Handel die politische Arbeit aus den Augen zu verlieren. Der Losung „Wandel durch Handel“ kann die Kaffeekampagne wenig abgewinnen, vielmehr geht es um Informations-, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen, bei denen das Thema „Kaffee“ die Funktion eines Vehikels übernehmen soll. Gleichzeitig geht es mit dem Import des Kaffees um eine konkrete Unterstützung von Kooperativen und ihrem politischen Organisationen. Praktisch und organisatorisch gibt es bei dem Café La Cortadora eine Arbeitssteilung: der Import des Kaffees aus El Salvador geschieht über die MITKA (Mittelamerika-Kaffee Gmbh), der Verkauf läuft über die MITKA-Mitgliedsgruppen, die an Einzelpersonen, Cafés und weiterverkaufende Läden (vor allen Dingen Weltläden) liefern. Die Kaffeekampagne El Salvador schließlich übernimmt die Öffentlichkeits- und Informationsarbeit über den Café La Cortadora in der BRD und den Kontakt zu den Organisationen, einem Kooperativenverband und den Lieferkooperativen in El Salvador.
Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in der BRD

Die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit richtet sich zum einen an die Menschen, die den Café La Cortadora kaufen oder verkaufen, zum anderen an interessierte Gruppen und Personen, die sich mit El Salvador oder mit dem Kaffeeweltmarkt beschäftigen. Schwerpunkte der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sind Berichte über die Kooperativen, die den Café La Cortadora produzieren, Informationen über den Kaffeeweltmarkt allgemein, über die Situation kaffeeproduzierender Menschen in El Salvador sowie über die aktuelle politische Situation in El Salvador. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung des Kooperativensektors, der Landfrage und der Situation der Kooperativen, die nach den Friedensverträgen von Ex-KämpferInnen gegründet wurden. Formen für diese Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sind u.a. ein dreimal jährlich erscheinendes Buletin, eine Ausstellung, eine Diaserie, eine Radiosendung, Veranstaltungen oder von der Kaffeekampagne organisierte Delegationsreisen von VertreterInnen der verkaufenden Läden und Gruppen oder interessierten Einzelpersonen nach El Salvador oder Besuchsreisen von salvadorianischen VertreterInnen von Organisationen oder Kooperativen durch die BRD.
Kontakt zu Organisationen in El Salvador

Der Austausch mit den Organisationen in El Salvador läuft über e-mail-Kontakt, über Besuche von VertreterInnen der Kaffeekampagne in El Salvador, über Reisen von VertreterInnen der Kooperativen in die BRD und über die Arbeit einer Kontaktperson der Kaffeekampagne und der MITKA in El Salvador. Die Kaffeekampagne arbeitet mit dem Kooperativenverband FESACORA (Salvadorianischer Verband von Agrarreformkooperativen) zusammen, der die einzelne Lieferkooperative jährlich in Absprache mit dem Vertreter in El Salvador bestimmt. Die Lieferkooperative bekommt den für den Alternativhandel üblichen Kaffeepreis (Fußnote: Weltmarktpreis solange dieser über 1,20 $ liegt, sinkt er unter diese Grenze, wird ein Mindestpreis von 1,20$ gezahlt), den Mehrpreis von 10% erhält der Kooperativenverband für soziale und politische Projekte, die sich nicht notwendigerweise auf die Lieferkooperative beziehen. Diese Regelung hat den Hintergrund, dass die Kooperativen, die in der Lage sind, die für den deutschen Kaffeemarkt notwendigen Qualitäten zu liefern in der Regel Kooperativen sind, die vergleichsweise gut dastehen. Der 10%-ige Mehrpreis kann auf diese Weise auch anderen Kooperativen zukommen, deren Situation schlechter ist. Für die Verwendung des Mehrpreises wurden mit dem Kooperativenverband in einem Rahmenabkommen Ziele festgelegt:

Für Projekte des Verbandes (Beratung, Rechtshilfe, Kreditfonds, Frauenarbeit usw.).
Für neue Kooperativen von Ex-KämpferInnen und Gruppen der Zivilbevölkerung in den ehemaligen Konfliktgebieten – soweit in diesen der Kaffeeanbau Grundlage für den Aufbau einer neuen Existenz sein kann.
Politische Kampagnen des genossenschaftlichen Kaffeesektors oder der Genossenschafts- und Bauern- und Bäuerinnen-Bewegung.
Projekte zur Förderung des ökologischen Kaffeeanbaus.
Im Rahmen dieses Abkommens unterbreitet FESACORA jedes Jahr einen Vorschlag für die Verwendung des Mehrpreises, der mit der Kaffeekampagne diskutiert werden kann. Eine von manchen MITKA-Gruppen zusätzlich erhobene Spende ging in der Vergangenheit zudem an die Kaffeegewerkschaft SICAFE, da es ein Anliegen ist, auch den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen in der Kaffeeverarbeitung zu unterstützen. Nachdem SICAFE, vormals in über 30 Kaffeeverarbeitungsanglagen vertreten und während des Krieges Zielscheibe des Staatsterrors, in den 90er Jahren aus fast allen Verarbeitungsanlagen herausgeflogen ist, gehen diese Gelder in den Rechtshilfefonds für Landkämpfe in Mittelamerika, um Organisationen zu unterstützen, deren politische Arbeit sich um die Landfrage dreht.
Zusammenarbeit – was heißt das?

Wie funktioniert nun aber der Austausch mit den Organisationen in El Salvador, wie verlaufen Absprachen und Diskussionen, sind die Anliegen beider Seiten vermittelbar?
Aus der bisherigen und folgenden Aufzählung der Organisationen, mit der die Kaffeekampagne El Salvador einen solchen Austausch betreibt ist zu erkennen, dass es sehr unterschiedliche Organisationen sind, mit denen zusammengearbeitet wird: mit dem Kooperativenverband wird der Vertrag über den Kaffeekauf abgeschlossen, darüber hinaus erhält er den Mehrpreis für politische und soziale Arbeit in den Mitgliedskooperativen, je eine Kooperative liefert den Kaffee, ein Verband, die Demokratische BäuerInnenallianz (ADC), wird in der Organisierung und Begleitung von Landkämpfen unterstützt und schließlich kommt seit vier Jahren die Zusammenarbeit mit der Ex-KämpferInnen-Kooperative El Gigante dazu. Wir beziehen uns zunächst auf die Zusammenarbeit mit FESACORA und der Kooperative El Gigante. Der Kontakt zu El Gigante geht auf eine von der Kaffeekampagne El Salvador organisierte Besuchreise durch die BRD zurück. Anliegen der Besuchsreise war für uns, einen Kontakt mit BasisvertreterInnen herzustellen und mit ihnen Veranstaltungen in der BRD bei interessierten Gruppen, vorwiegend waren das Weltläden, durchzuführen. Wir haben zwei Personen eingeladen: eine Person aus der damaligen Lieferkooperative Las Lajas, eine andere Person sollte ein aktives Mitglied einer der Kooperativen sein, die nach Abschluß der Friedensverträge von ehemaligen FMLN-KämpferInnen gegründet worden waren (sogenannte PTT-Kooperativen; PTT = Programa de Transferencias de Tierras, Landübertragungs-Programm). Nachdem es ursprünglich ja ein Anliegen der Kaffeekampagne war, diese Kooperativen, von denen etliche Kaffee anbauten, zu unterstützen, wir aber festellen mußten, dass es sich schwierig gestaltete, Kaffee von ihnen zu importieren, weil die Qualitäten, die die schlechten Böden hergaben, für den hiesigen Kaffeemarkt nicht ausreichten, die Kooperativen nicht über die notwendigen Weiterverarbeitungs- und Exportmöglichkeiten verfügten etc., wollten wir die Rundreise nutzen, um zumindest über die prekäre Situation dieser Kooperativen zu informieren. Nachdemwir ein Jahr zuvor selber in El Salvador gewesen waren und bei dieser Reise viel mit „Funktionären“ aus Verbänden zu tun hatten, wollten wir zwei Leute von der Basis einladen, wir schlugen zudem vor, zwei Frauen für die Reise zu bestimmen.
Wir informierten also FESACORA über unser Vorhaben und sie gaben die Einladung an die Lieferkooperative Las Lajas weiter, unsere Kontaktperson in El Salvador suchte eine PTT-Kooperative im ehemaligen Konfliktgebiet im Norden von Morazán, an die die Einladung ausgesprochen wurde.
Bei einer Veranstaltung berichteten die beiden Frauen auf Nachfrage, wie es denn dazu gekommen sei, dass sie für die Reise bestimmt wurde. „Bei einer Mitgliederversammlung bekamen wir die Information, dass eine Gruppe in Deutschland zwei Personen einladen will, davon ein aktives Mitglied unserer Kooperative. Die haben gesagt es müssen zwei Frauen sein…. Das war nicht einfach. Wenn es nicht zwei Frauen hätten sein müssen, hätten wir uns das nie zugetraut.“ Wenn auch im Ergebnis positiv, so war die Einladung für die Betroffenen keineswegs ein Ergebnis gemeinsamer Diskussion.
Die Rundreise verlief sehr gut, es fanden viele beeindruckende Veranstaltungen statt, die jedoch immer eine Frage offen ließen: Welche Möglichkeiten könnte es geben, Kooperativen wie El Gigante, die mit ihren schlechten Startbedingungen kaum Perspektiven haben, sich über Wasser zu halten, auch ohne den Kauf von Kaffee zu unterstützen? Allein mit dem Bericht der beiden Kooperativistinnen wurde deutlich, was uns als Kaffeekampagne wichtig ist, zu vermitteln: der Kauf von Alternativkaffee allein, kann nicht über die grundsätzlichen Schwierigkeiten hinwegtäuschen, die das neoliberale Wirtschaftsmodell in einem Land wie El Salvador bewirkt und es sollte nicht das Anliegen sein, sich damit zufrieden zu geben, einige „Musterkooperativen“ zu unterstützen. Nach der Rundreise kamen Gelder für die Unterstützung von El Gigante zusammen: für den Kauf von Pflanzen zur Verjüngung der Kaffeefinca, für Lohnkosten, die die Kooperative derzeit nicht selbst erwirtschaften konnte, für Aus- und Fortbildung.
Die Gelder wurden bei der nächsten Reise von VertreterInnen der Kaffeekampagne übergeben. Während der Reise wurde uns die schwierige Situation der Kooperative El Gigante, die wir als bespielhaft für viele andere ansehen, erneut deutlich. Im Gespräch stellte sich zudem heraus, dass die Kooperative planten, auf den Wunsch einiger Kooperativenmitglieder einzugehen, das kollektive Land zu vermessen und individuelle Landtitel zu vergeben. Eine Möglichkeit, die der neoliberalen Wirtschaftspolitik der salvadorianischen Regierung zu verdanken ist, die wiederum eine Antwort auf die Anforderungen internationaler Finanzorganisationen (das Stichwort lautet: „marktgestützte Agrarreform“; auf Deutsch: Herstellung eines freien Bodenmarktes, auf dem das Subsistenzmittel Boden endgültig und umfassend in eine Ware verwandelt ist) darstellt. Die Landvermessungsprogramme wurden von dem US-Entwicklungshilfeprogramm US-Aid initiiert. Aus den Gesprächen wurde nun deutlich, dass Kooperativen wie El Gigante neben den schlechten Startbedingungen damit zu kämpfen hatten, dass sie auf keinerlei politische Unterstützung zurückgreifen konnten. Es wäre die Aufgabe der Kooperativenverbände, die Kooperativen zu beraten und auf der politischen Ebene gegen derartige Programme anzugehen, die a ugenscheinlich dazu führen mußten, dass Kooperativenmitglieder aufgrund der perspektivlosen Situation ihre Landtitel verkaufen würden und es zu einer Rekonzentration von Land in den Händen einiger weniger kommen würde. „Wir haben 12 Jahre um ein Stück Land gekämpft, dann kamen die Friedensverhandlungen und unsere Kommandanten haben uns gesagt, wir sollen Kooperativen gründen und dann sind sie in die Stadt gegangen, um Politik zu machen. Seitdem haben wir sie nicht wiedergesehen, eigentlich dachten wir immer, wie würden zurückkommen, doch sie haben uns allein gelassen.“ beschreibt eines der Vorstandsmitglieder von El Gigante diese Situation.
Die anschließenden Gespräche mit dem Kooperativendachverband FESACORA über die Notwendigkeit diese Kooperativen zu unterstützen waren eher ernüchternd. Über die Wichtigkeit dieser Unterstützung bestand ein grundsätzlicher Konsens, die Politik des Verbandes bestand jedoch eher darin, die wirtschaftlich stabilen Kooperativen, und hierzu zählen vor allen Dingen die weltmarkttauglichen Kaffee produzierenden Agrarreformkooperativen, zu fördern. (Fußnote: eine solche Politik entsteht nicht zuletzt aus dem enormen wirtschaftlichen Druck, unter dem der Kooperativenverband FESACORA steht, nachdem sich internationle Kooperationspartner seit Ende des Krieges nach und nach aus der Finanzierung zurückziehen und FESACORA dadurch verstärkt auf eigene Einnahmen angewiesen ist. Diese jedoch können sie nur Kooperativen abverlangen, die selber wirtschaftlich stabil genug sind, Mitgliedsbeiträge zu zahlen und eine Bezahlung von Dienstleistungen durch FESACORA aufzubringen. Außerdem hat FESACORA Schwierigkeiten, überhaupt unmittelbar nützliche Dienstleistungen anzubieten, denn die für weltmarktorientierte Kaffeekooperativen wichtigen Dienstleistungen wie Produktionskredite, Vermarktungs-Know-How und Exportabwicklung werden von einem anderen Verband erbracht. ) Ein für die Kaffeekampagne El Salvador konsequentes Ergebnis war es, FESACORA im folgenden Jahr vorzuschlagen, einen Teil des Mehrpreises an El Gigante, was keine Mitgliedskooperative von FESACORA ist, weiterzugeben. Zum einen, um dadurch weiterhin eine kleine Unterstützung von El Gigante zu ermöglichen, zum anderen um FESACORA auch jenseits von Geprächen zu signalisieren, dass wir die Unterstützung des PTT-Sektors für eine wichtige Aufgabe halten. Dem wurde zunächst zugestimmt, doch kam der Hurrican Mitch 1998 dazwischen und FESACORA wollte den Mehrpreis von der Katastrophe betroffenen Mitgliedskooperativen zugute kommen lassen. Dem stimmten wir zu, bestanden jedoch darauf, das abgesprochene Vorgehen im folgenden Erntejahr umzusetzen. Dies geschah dann auch, jedoch nur unter Druck und nicht als Ergebnis ausgiebiger Diskussionen.
Was drückt nun dieses Beispiel aus?

Um welche Art von partnerschaftlichen Kontakten handelt es sich hier? Wie werden wir von Organisationen wie FESACORA, von Kooperativen wie El Gigante, von Kooperativen wie Las Lajas, von Organisationen wie der ADC wahrgenommen, welche Perpektiven für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und für einen politischen Austausch ergeben sich hieraus?
Grundsätzlich läßt sich für den Alternativhandel sagen und das haben Erfahrungen der MITKA mit dem Import von Kaffee aus Nicaragua noch viel einschneidender gezeigt: Handel bleibt Handel und das primäre Anliegen der Kooperativen und ihrer Verbände ist logischerweise, möglichst viel Gewinn mit ihrem Kaffee zu machen. Ein eher karitatives Anliegen der Alternativhandelsorganisationen („Wir sehen, dass die kapitalistische Weltmarkt die KaffeeproduzentInnen benachteiligt und die Menschen in den Wohlstandsländern daraus Profit schlagen. Das wollen wir durch die Bezahlung von besseren Preisen verändern.“) ist für FESACORA mittlerweile nachvollziehbar und wird begrüßt. Das gilt auch für das Anliegen von Solidaritätsgruppen aus Europa und den USA, das auf die politische Unterstützung von sozialen Organisationen in El Salvador und auf eine politische Arbeit in den Herkunftsländern abzielt. Für FESACORA ist jedoch schon die Zweiteilung MITKA und Kaffeekampagne El Salvador schwer nachzuvollziehen, im Zweifel sind wir eher die HändlerInnen und da geht es ums Geschäft – und bei einem geschwächten Verband im Zweifelsfall um eine Handvoll Dollar mehr. Wir vermuten, dass die Einmischung in ihre Verbandspolitik durch die Bitte und später die Forderung, einen Teil der Mehrpreisgelder an die PTT-Kooperative El Gigante weiterzugeben (Fußnote: die mit der mehrfach gestellten und bis heute kaum beantworteten Frage nach ihrer Arbeit in Mitgliedskooperativen aus dem PTT-Sektor einher ging), nicht als politische Zusammenarbeit, ein Ergebnis aus gemeinsamen Diskussionen gewertet, sondern eben als ärgerliche Einmischung mpfunden wird. Eine offene Diskussion darüber steht noch aus und es bleibt abzuwarten, ob und wie sie gelingt.
Auf der anderen Seite findet die Zusammenarbeit mit Kooperativen wie El Gigante auch nicht über die Verbindung von Handel und Politik statt. Unsere Arbeit gleicht hier eher der einer Partnerschaftsgruppe und dies wäre wohl effektiver, wenn wir uns auf eine Solidaritätskampagne für die Unterstützung von El Gigante konzentrieren würden und die Kooperative auf dieser Grundlage mehr Chance für eine grundlegende Beratung und Investitionen hätte, die ihre ökonomische Situation verbessern würde. Eine Partnerschaft zwischen einer Kooperative und einer an dem Thema Kaffee interessierten Solidaritätsgruppe. Unserem politischen Anliegen kann diese Kooperative zumindest mehr abgewinnen als ein Kooperativenverband, der tendenziell eher wirtschaftlich stabile Kooperativen vertritt und uns Kaffee verkaufen will.
Unbestreitbar ist, dass der Verkauf von Kaffee ein Vehikel ist – für die Zusammenarbeit mit den Organisationen in El Salvador, für die politische Arbeit in der BRD und für unsere eigene Arbeit, die nicht zuletzt wegen des Kaffees eine kontinierliche Arbeit einer Gruppe zu El Salvador darstellt.

erschienen im Dezember 2000
Kaffeekampagne El Salvador

Occupy Camp Räumung Frankfurt/M

Kaffee und Freihandel
Man würde meinen, dass Kaffee als tropisches Produkt auf dem US-Markt konkurrenzfähig ist, weil dort kein Kaffee angebaut wird, und auf dem Binnenmarkt gefeit ist gegen US-Importe zu Dumping-Preisen. Tatsächlich werden aber immerhin Kaffeeprodukte im Wert
von über einer halben Million US-Dollar in El Salvador importiert.
Im Rahmen der jetzt angelaufenen Freihandelsverhandlungen zwischen den mittel-amerikanischen Ländern und den USA, befürchten die Verbände der Kaffeewirtschaft, dass US-Transnationale bei Abbau der Zölle (zur Zeit noch 15 Prozent) auf eine Reihe von Kaffeeprodukten, vor allem Instantkaffee, billige Mischungen auf die zentralamerikanischen
Märkte werfen werden. Deshalb fordern sie einen langsamen Abbau dieser Zölle, eine Mindestquote von mittelamerikanischem Kaffee in solchen Importen aus den USA und eine
Norm über die Herkunftsbezeichnung. Umgekehrt soll für mittelamerikanischen Kaffee in allen Zubereitungen der US-Markt zollfrei zugänglich bleiben, wie das seit langem im Rahmen der CBI (Karibik-Becken-Initiative) der Fall ist.
So kommt es, dass der Kaffee in der Verhandlungssystematik der mittelamerikanischen Unternehmer in die Gruppe der „sensiblen Produkte“ geraten ist, auf die derzeit noch mehr als 10 Prozent Zoll erhoben wird (dazu zählen auch Fisch, Obst, Gemüse und Honig; bei der
am wenigsten umstrittenen Gruppe mit derzeit 0,1 bis 1 Prozent Zoll, zu der Weizen und Speiseöle zählen sollen die Zölle gleich entfallen)
El Salvadors verschärfte Kaffekrise
Die Spröden Zahlen Nach Angaben des Salvadorianischen Kaffeerates (CSC) erbrachte die Kaffee- Ernte in der Saison 2001/2002 1,9 Millionen Quintales (1 Quintal sind ca. 45 kg) Exportkaffee im Wert von etwas über 100 Millionen US$. Es war die schlechteste Ernte in den letzten 40-50
Jahren. Die niedrigen Weltmarktpreise und die Hektarerträge, die gesunken sind, weil die Kaffeeplantagen gar nicht oder nur rudimentär gepflegt werden, spielen zusammen und haben zu einer drastischen Reduktion der Deviseneinnahmen geführt: Waren es im Jahre 1997 noch 522 Millionen US$ und im Jahre 1999 immer noch 250 Millionen, so drückte der
Zerfall der Weltmarktpreise die Kaffee-Exporteinnahmen im Jahre 2002 auf etwas über 100 Millionen und im Jahre 2003 (geschätzt) auf 80 Millionen US$. Der Kaffeerat erwartet für die kommenden Jahre keine wesentliche Besserung. Für dieses Jahr rechnet er mit 60 bis 70 US$ an der New Yorker Börse. Für die Lage der KaffeeproduzentInnen ist das gewissermaßen die halbe Wahrheit: Sie produzieren keinen Exportkaffee, sondern Kaffeekirschen, und dafür bekommen sie nach Abzug der Verarbeitungskosten, der Einkommens-steuer und diverser Schuldentilgungen
gerade mal ca. 30 US$ – und das bei Produktionskosten, die bei 80-100 US$ (jeweils auf einen Quintal bezogen) liegen.
Das ist die wirtschaftliche Seite der Kaffeekrise in El Salvador. Auf der sozialen Seite sind die Verdienste der KaffeepflückerInnen auf ein Drittel gefallen. Wenn es denn überhaupt Arbeit gibt. Nach Zahlen der salvadorianischen Printmedien ist die Anzahl der direkten Arbeitsplätze von über 200 000 Ende der 70er Jahre (zu Beginn des Krieges) auf mittlerweile 50 000 gefallen.
Und die ökologische Seite? Die Kaffeeplantagen mit ihren Schatten-bäumen stellen nicht nur ein annähernd „natürliches“ Biotop dar, sondern machen auch ca. 8 Prozent des wenigen
Waldes aus, den es in El Salvador noch gibt. Nach Angaben der Asociación Cafetalera im Departement Santa Ana liegen dort 95 Prozent der ca. 37 000 ha Kaffeeplantagen zur Zeit brach – auf die Dauer hält das nicht mal der schönste Kaffeewald aus.

Kaffeekrise Weltweit
Wie jedes Jahr ernten die Mitglieder der seit 1997 bestehenden Kaffeekooperative Mut Vitz (in der Indígena-Sprache Tzotzil – Deutsch: Berg der Vögel) von Dezember bis März ihren Kaffee. Doch dieses Jahr bekommen sie einen noch viel schlechteren Preis als in den vergangenen Jahren. Die Zwischenhändler, genannt „Coyotes“, zahlen nur 6 bis 8 Pesos pro
Kilo Pergamino (geschälter Kaffee), 11Pesos sind im Januar 2003 ca. 1 Euro gewesen. Eine Folge der schlechten Preise auf dem Weltmarkt. An den Kaffeebörsen in New York und London pendelte der Preis in den letzten zwei Jahren um die 50 bis 60 USDollar pro 100 Pfund. Ausgelöst wurde dies wiederum durch ein Überangebot von Kaffee aus Vietnam, das in den letzten Jahren durch spezielle Förderungsmittel aus den USA und von der Weltbank seinen Ernteertrag erheblich steigern konnte. Um dies wieder aufzufangen wurde auf den Treffen der kaffeeproduzierenden Länder (APPC) ein freiwilliger Exportrückgang um 20 Prozent beschlossen. Mexiko, das zwar nicht Mitglied dieser Assoziation ist, schloss sich dieser Vereinbarung an. Mexiko ist außerdem von einer Strafmaßnahme aufgrund angeblich
schlechter Kaffeequalität betroffen, die nochmals ein Minus von 20 US-Dollar pro 100 Pfund bedeutet. Verantwortlich dafür sind, so Fernando Celis von der CNOC (Nationale Vereinigung der Kaffee-organisationen), die transnationalen Konzerne Amsa, Expogranos, Café California/ Neumann, Becafisa, Altria (jetzt Mondelez:Philip Morris, Kraft, Jacobs, Suchard) und Nestlé, die den nationalen Kaffeehandel bestimmen. Sie führen sogar Robusta-Kaffee aus Brasilien,
Indonesien, Ecuador und Vietnam nach Mexiko ein, um den Kaffeepreis niedrig zu halten, im letzten Jahr ca. 150 000 Sack. Allein Nestlé importierte etwa 110 000 Sack. In Tapachula, einem Zentrum des Kaffeeanbaus in Chiapas, gab es bereits vor zwei Jahren Demonstrationen von Mitgliedern der Kaffeekooperative ISMAM gegen die Preispolitik insbesondere von Nestlé.
Doch die Krise ist nicht neu. Nachdem Inmecafé, das nationale mexikanische Kaffeeinstitut, 1989 aufgelöst wurde (eine Folge des Zusammenbruchs des internationalen Kaffeeabkommens), gerieten die mexikanischen Kaffeebauern – zu 80 Prozent Indígenas – in die Abhängigkeit der großen Kaffeehändler und Konzerne. Bis dahin hatte Inmecafé für die Mehrzahl der ca. 280 000 Familien, die in den Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca, Chiapas,
San Luis Potosi, Nayarit, Colima und Jalisco überwiegend vom Kaffeeanbau leben, Aufkauf und Vermarktung geregelt. Das sind genau die Bundesstaaten, die ohnehin zu den armen und marginalen Zonen Mexikos zu rechnen sind und infolge dessen immer wieder von Aufständen und Auseinandersetzungen betroffen waren. Etwas Hoffnung machen den ca. 600 Kooperativen-Mitgliedern von Mut Vitz die Erfolge, die sie mit ihren Kaffee-Exportverträgen mit fairen und alternativen Handelsorganisationen in den USA und Deutschland und der Schweiz haben. Diese zahlen zur Zeit etwa den
doppelten Betrag – 126 Dollar pro 100 Pfund – gegenüber dem, der auf dem Weltmarkt zu
erzielen ist; hinzu kommt noch der Bio-Aufschlag. In diesem Jahr haben sie die gesamte Ernte von zehn Containern à 17 Tonnen exportiert, und sie hoffen auf mehr im nächsten Jahr, wenn die Kaffee-Ernte wieder insgesamt besser ausfällt. Ihr Anbau wurde in den letzten drei Jahren von Certimex ökologisch zertifiziert, was ihnen einen noch besseren Preis bringt. In Deutschland wird der Kaffee von der Hamburger Kooperative Café-Libertad u.a. in
Weltläden vertrieben. Dort gibt es auch Kooperativen-Kaffee von anderen indigenen Produzenten aus Oaxaca und Chiapas, der von Gepa und Mitka importiert wird. Den Großteil der Kaffee-Ernte müssen die ProduzentInnen jedoch nach wie vor über die „Coyotes“ an die großen Kaffeehandelshäuser verkaufen. Zum Beispiel zahlt Nestlé nur etwa um die 6 Pesos
für den schon geschälten Pergamino-Kaffee. Doch auch dies ist ihnen zu teuer, denn seit
Jahren importieren sie um die 120 000 Sack mit staatlicher Genehmigung und unterminieren damit ständig das inner-mexikanische Preisniveau.
Ein weiterer Skandal ist, dass sie seit kurzem ein eigenes Robustakaffee-Anbau Projekt im Staat Veracruz durchführen. Die Planungsdaten in der Region Tezonapa reichen bis zum Jahr 2019, dann will Nestlé bis zu einer Million Sack Robusta-Kaffee ernten, mehr als die derzeitige mexikanische Produktion Arabica-Kaffee ist. Mensch fragt sich nun, was eigentlich der Hintergrund dieses Handelns ist? Nun, dank derALCA-Verträge kann Nestlé zukünftig den billig produzierten Nescafé auf den ganzen
lateinamerikanischen Markt exportieren. Dort haben sie – wie in Mexiko – ohnedies schon bis zu 80 Prozent des Kaffeemarktes in Händen. Die Lage für die ProduzentInnen verschärft sich zunehmend, sie war auch Thema bei den Agrarverhandlungen zwischen Bauernorganisationen und mexikanischem Staat, die vor kurzem stattfanden.
Ende Januar gingen dafür über 100 000 AgrarproduzentInnen in Mexico- City auf die Straße.
Doch auch eigene Nestlé-Produktionsanlagen sind von der Schließung betroffen. So wurde Ende April 2003 in El Salvador die Nestlé-Fabrik „Café Listo“ geschlossen, ca. 100 MitarbeiterInnen auf die Straße gesetzt.
Zukünftig wird die Marke dann aus Mexiko und Brasilien geliefert. Und dies ist nicht der einzige Fall. Auch in Argentinien und Chile wurden die Kaffee-Produktionsanlagen zugunsten der in Brasilien geschlossen, wo 33 Millionen US-Dollar investiert wurden. Die Mehrheit der dortigen Produktion soll dann nach Russland exportiert werden. Auch in anderen Sparten –
so zum Beispiel bei Süßwasserbrunnen – ist Nestlé in Konkurrenz zu Coca-Cola (Bonaqua, Ciel, Dasani) und Danone (Evian, Volvic, Badoit) schwer aktiv: Perrier, Vittel, San Pellegrino sind die großen, internationalen Marken; in der BRD sind es Fürst Bismarck-Quelle und Rietenauer. Allerdings gibt es auch „Niederlagen“: Aufgrund von zu geringen Gewinnspannen im Milchgeschäft sind zum 1. Juni 2003 folgende Verkäufe an die Firma Hochwald geplant: Lünebest, Glücksklee und Bärenmarke. Schwer zugesetzt haben vor allem die Discounter Aldi und Lidl. Auch im Speiseeis- und Schokoladen-Geschäft ist diese Konzentrationswelle zu beobachten. Diese Beispiele nur
allein von Nestlé zeigen ganz deutlich, wie die Globalisierung im Lebensmittelbereich rasant voranschreitet und dies ganz klar zu Lasten vor allem der KleinproduzentInnen. Sie haben eigentlich keine Chance auf dem Weltmarkt – keinWunder bei den hochsubventionierten
Agrarwirtschaften von EU und besonders der USA, die auch schon vor dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens ALCA die lateinamerik
anischen Märkte fleißig mit Mais, Bohnen, Reis und Weizen überfluten, die zusätzlich auch noch gentechnisch verändert produziert wurden.
Dies alles wird auch Thema bei der nächsten WTO-Runde im September 2003 in Cancún (Mexiko) sein und entsprechend von den Bauernorganisationen und NGOs weltweit mit widerständigen Protesten bedacht werden.
Jan Braunholz

Kaffeekrise El Salvador
Die Kaffekrise verschärft sich Nur noch das Rote Kreuz und die Banken interessieren sich für die Kaffewirtschaft Sie heißen beide Flores. Die eine ist Präsidentengattin und deshalb Staatssekretärin für Familienangelegenheiten (Secretaría Nacional de la Familia, SNF). Die andere ist alleinstehende Mutter mit sechs kleinen Kindern in dem traditionellen Kaffee-Municipio Juayúa im Departement Ahuachapán. Seit Dezember hat diese Frau Flores keine Arbeit
mehr gefunden und der jüngsten Tochter, Maria Luisa, sind vor Hunger schon die Haare ausgefallen. Gerade deshalb ist Frau Flores aus Juayúa geeignet, um mit der Präsidentengattin Frau Flores bei der Übergabe einer US-Lebensmittelhilfe im Wert von knapp einer halben Million USDollar für die Fotografen zu posieren. Wo einst die Hochburgen des „grano de oro“ waren, des Goldkornes, wie der Kaffee genannt wurde, herrscht heute Hunger. Anfang April hat die Ombudsfrau für die Verteidigung der Menschenrechte (Procuraduría para la Defensa de los Derechos Humanos, PDDH),
alarmiert von entsprechenden Zeitungs-artikeln, einen ersten Bericht über die
Unterernährung von Kindern in den Kaffeeanbaugebieten vorgelegt.
So sieht der Befund aus:

>Nach Angaben der Presse sollen im Municipio Tacuba im letzten Jahr über 40 Kinder an Hunger oder an den Folgen der Unterernährung gestorben sein. In diesem Jahr sollen es bereits 12 sein. Die PDDH hat auf der Grundlage ihres Mandates, über das Menschenrecht auf Leben und auf Ernährung zu wachen, verantwortliche Regierungsstellen nach dieser Situation befragt.
>> Die regionale SIBASI (Sistema Básico de Salud Integral) hat im ganzenDepartement Ahuachapán, zu dem Tacuba gehört, sechs Fälle registriert, in denen Kinder im Alter von drei Monaten bis vier Jahren mit Sicherheit an Unterernährung gestorben sind, davon drei in
Tacuba. Verschiedene Grade von Unterernährung wurden bei 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren registriert. In 10 Municipios des Departements Ahuachapán hat die SIBASI insgesamt 2674 Kinder gezählt, die möglicherweise an den Folgen des Hungers sterben. Das Zentrum verteilt in Zusammenarbeit mit der SNF Lebensmittel des Welternährungsprogrammes (Programa Mundial de Alimentos, PMA).
>> Der staatliche Gesundheitsposten in Tacuba hat 513 Familien mit unterernährten Kindern unter fünf Jahren registriert. Auch der Gesundheitsposten verteilt PMA-Lebensmittel.
>> Die SNF selber verteilt ebenfalls PMALebensmittel und hat seit letztem September 2400 Familien in Ahuachapán und Sonsonate erreicht. Das Programm heißt „Ernähren mit Liebe“ – was man der stets miesepetrig dreinblickenden Präsidentengattin nicht ohne weiteres ansieht.
>> Das Landwirtschaftsministerium setzt seit Oktober 2002 den Plan „Hand ans Werk“ (könnte auch „Ärmel hochkrempeln“ heißen) um, den der Präsident verordnet hat, nachdem er sein Veto gegen eines der zahllosen Gesetze zur Schuldenerleichterung für den Kaffeesektor eingelegt hatte (s. Kasten zur Kaffeepolitik). Der Plan umfasst soziale Aktivitäten und eine finanzielle Komponente für die Kaffee-produzentInnen. Während mit dem ersten Teil des Programmes über 6000 Familien erreicht wurden, hat der zweite noch
gar nicht angefangen.
>> Das „Salvadorianische Institut für die integrale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“ schließlich verteilt ebenfalls PMA-Lebensmittel.
>> In vier Cantones des Municipio Tacuba hat sich die PDDH direkt umgeschaut und „absolute Armut“, „offensichtliche Zeichen der Unterernährung“ gefunden. Die Leute ernähren sich ausschließlich von Tortillas und Bohnen und haben die größten Schwierigkeiten aus ihren abgelegenen Cantones rauszukommen, um zur Krankenstation in
Tacuba zu gehen. Viele Fincas haben ihren Betrieb eingestellt. Deshalb gibt es keine Arbeit und keine Löhne und ohne Löhne gibt es kein Geld, um zu Beginn der Regenzeit Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel zu kaufen. So sind die beiden traditionellen Standbeine der ländlichen
Armut, die Lohnarbeit in der Kaffee- Ernte und die Subsistenz-landwirtschaft, endgültig in die Krise geraten und haben dem reinen Elend Platz gemacht. Die Nahrungsmittelhilfe reicht nicht, zumal die Kinder, wenn sie in der Schule was bekommen, einen Großteil davon für den Rest der Familie mit nach Hause nehmen. Landwirtschaftliche Kredite und Beratung für KleinproduzentInnen sind eigentlich Aufgaben des Nationalen Zentrums für landwirtschaftliche Technologie (CENTA), aber dessen beiden Techniker in Tacuba (früher
waren es sechs; landesweit wurde die Anzahl der CENTA-Büros von 66 auf 25
zusammengestrichen; eine Initiative der Weltbank zur „Modernisierung des Staates) wissen gar nicht, was in den am meisten vom Hunger betroffenen Cantones vor sich geht. Nach dieser deprimierenden Bestandsaufnahme stellt die PDDH fest, dass die fehlenden oder mangelhaften Maßnahmen der Regierung im Umgang mit der Kaffee-krise das Recht auf
Leben, auf eine angemessene Ernährung und auf Schutz vor Hunger verletzen, welche zu
respektieren und zu garantieren sich der salvadorianische Staat in der eigenen Verfassung und mit Ratifizierung der Universalen Erklärung der Menschenrechte, der Amerikanischen Menschenrechtserklärung, der Internationalen Pakte über die zivilen und politischen und
über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte, der Amerikanischen
Menschenrechtskonvention und ihres Zusatzprotokolls über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und der Kinderrechtskonvention verpflichtet hat. Die PDDH empfiehlt schließlich dem Parlament, eine nationale Gesetzgebung zur Realisierung des Rechtes auf Ernährung zu erarbeiten, dem Präsidenten, den Notstand inden Hungergebieten auszurufen und die staatlichen Verantwortlichen in diesen Gebieten an ihre Pflichten zu erinnern, dem Gesundheitsministerium und der SNF, ihr Nahrungsmittelhilfe-Programm auszuweiten, dem Erziehungsministerium, die Schulspeisung zu verbessern und dem Landwirtschaftsministerium, alle von der Kaffeekrise betroffenen Familien zu beraten und finanziell zu unterstützen, damit sie wieder ihre Subsistenzkulturen anbauen können.
Ulf Baumgärtner

 

Artikel aus Jungle World 7.Juni 2000

´Not made in Germany-Arbeitskonflikte bei Adidas´ von Jan Braunholz

 

 

 

 

Kaffeesorten

Espresso gemahlen                                  200g 4,30 Euro

Espresso Bohne                                          200g 4,30 Euro

Espresso gemahlen entcoffeiniert   200g  4,70 Euro

Espresso Bohne entcoffeiniert           200g  4,70 Euro

Kaffee gemahlen                                         250g  4,50 Euro

Kaffee gemahlen entcoffeiniert          250g  4,90 Euro

 

Bio Rohkaffee aus El Salvador ,SHG,kba  500g  5,56 Euro

Compas von der Coop  Combrifol

 

Bestellungen:

https://www.el-rojito.de/la-cortadora

Preiserhöhung 1.3.2017 bei El Rojito Hamburg:
zum 1. März 2017 werden wir die Preise für die meisten unserer Kaffeesorten anpassen müssen.
Grund für diese Preisanhebung sind zum einem die seit dem Frühjahr 2016 deutlich angestiegenen Preise für Rohkaffee und zum anderen der Dollar, die Einkaufswährung für Rohkaffee, der sich gegenüber dem Euro erneut verteuert hat. Bisher haben wir die Preissteigerung unserer Rohkaffees alleine auffangen können, nun müssen wir diese Preisentwicklung leider auch an Euch weitergeben. Die Preiserhöhung ist zwar wirtschaftlich zwingend, sie fällt aber so moderat wie möglich aus. Unser Kaffee ist nach wie vor nur wenige Cent pro Tasse teurer als vergleichbarer Kaffee aus konventionellem Handel. Selbstverständlich halten wir unsere höchsten Qualitätsansprüche. Insbesondere das Qualitätsdifferential für Kaffee aus Zentralamerika ist hoch und unsere Röstungen erfolgen handwerklich schonend und sind keine industrielle Massenware.
Wir hoffen auf Euer Verständnis und wünschen uns, Euch auch weiterhin mit solidarisch gehandeltem Kaffee beliefern zu dürfen!
die rojit@s

Preiserhöhung 1.7.2015 bei El Rojito Hamburg:

Liebe Kund_innen,
wir haben zum ersten Juli die Preise angepasst. Dieser Schritt ist leider nötig geworden, da unsere Einkaufspreise für den diesjährigen Import stark gestiegen sind.
Der Kaffeepreis an der Börse in New York ist zwar in den letzten Monaten wieder gefallen (derzeit liegt er bei1,32 US$ / libra). Wir vereinbaren aber mit den Kooperativen einen Durchschnittspreis in den Monaten vor der Ernte. Außerdem liegen unsere Importe bereits einige Zeit zurück. Somit hatte der aktuelle Weltmarktpreis kaum Einfluss auf unseren Einkaufspreis.
Wir garantieren einen stabilen Mindestpreis von 1,60 US$ je libra (457 g) Rohkaffee (2015). Dieser Preis soll zumindest die Produktionskosten decken. Hinzu kommen Fairhandelsprämie (0,20 US$), Strukturprämie (0,05 US$) sowie ggf der Bioaufschlag (0,30 US$) und ein Qualitätsdifferential von durchschnittlich 0,15 US$. Fracht und Versicherung ab Verladung auf das Hochseeschiff übernehmen wir. Steigt der Weltmarktpreis über 1,60 US$, steigt unser Preis parallel mit. Im Schnitt bezahlten wir für Biokaffee in 2014 zwischen 2,00 US$ und 2,50 US$ an unsere Lieferanten.
Verschärfend kommt für uns in diesem Jahr hinzu, dass die Verträge immer in US$ abgeschlossen werden. Der deutlich gesunkene Wert des Euro gegenüber dem Dollar hat den Kaffee zusätzlich verteuert.
Das Qualitätsdifferential, das bei Verträgen die Abweichung der Preise einer Region im Verhältnis zum Weltmarktpreis regelt, ist für Zentralamerika und Mexiko derzeit recht hoch. Auch dies macht unseren Einkauf teurer.
Außerdem steigen überall die Transport, Produktions- und Lebenshaltungskosten.
Zuletzt haben wir vor zwei Jahren den Preis einiger Kaffeesorten etwas erhöhen müssen. Auch bei unseren neuen Preisen sollte nicht vergessen werden: Bio-Fairtrade Kaffee ist pro Tasse nach wie vor nur ein paar Cent teurer als konventioneller Kaffee. Wir liefern nicht nur Bio und Fairtrade, sondern auch eine hohe Qualität, die sich nicht mit Billigangeboten messen lassen kann. Verglichen mit anderen hochwertigen Kaffees sind unsere Preise oftmals sogar günstiger als im konventionellen Bereich.
Eure rojit@s
https://www.el-rojito.de/content/preis%C3%A4nderung

Erklärung zu den technischen Gründen der Weichbeutel-Packungsgrößen Cortadora-Espresso gemahlen 200g:

Espresso hat mehr Volumen als Kaffee (länger gebrannt, weniger Wasseranteil, weniger Gewicht
pro Bohne und mehr Bohnen pro Kilo), deshalb würde beim Abfüllen von 250g Espresso gemahlen in eine für 250g Kaffee ausgelegte Tüte Kaffee in die Schweißnaht gelangen und die Tüten wären nicht mehr dicht. Um eine leichte Vergleichbarkeit der Preise zu erhalten ist auch Espresso-Bohne so abgefüllt. Außerdem geht es um ein einheitliches Gesamt- und Platzierungsbild in den Ladenregalen.

 

Cafe Cortadora kommt von zwei Lieferkooperativen:

Coop Acopra Las Lajas

http://www.mitka.de/las_lajas.html

Trockenfläche Beneficio Las Lajas

 

 

Coop Combrifol

http://www.mitka.de/combrifol.html

 

Trockenbett Combrifol

 

Diese werden regelmäßig besucht.

So auch im Januar 2018:

Kaffeereise_Januar 2018_Werbung lang(1)

Blick auf den Lago Coatepeque wo sich

die Coop Las Lajas befindet

 

 

Weitere Infos für das Reiseangebot Januar 2018:

contakt@cafe-cortadora.de

 

Importkalkulation

Cortadora Kalkulation

 

Cafe Cortadora wird geröstet und verpackt bei Rösterei Niehoff

in Gronau, bei der auch Sandino Dröhnung und andere Kaffees

von El Rojito und El Puente geröstet werden.

http://www.niehoff-kaffee.de/roesterei/technik/

 

Hier gibt es noch eine Cortadora Spezial Abfüllung

http://www.hamburg-trinkt-braunweiss.de/

 

 

 

 

Blog

El Salvador Coop Projekt San Carlos Dos in Frankfurt am Main

Buenas Dias , hier Infos zu unserm neuem El Salvador Coop Projekt, welches ohne Mitka-Import Strukturen organisiert wurde. Es handelt sich um einen komplett Fairtrade-Siegel freien , konventionellen Kooperativen Kaffee , der dadurch auch für kleine Röstereien interessant ist,  weil sie keine überteuerten Siegel Zertifizierungs-Gebühren bezahlen müssen!   Cooperativa San Carlos Dos de R.L. ,Cerro …

Hello world!

Roya Pilz Seuche in Zentralamerika und Mexico Adios Arabica? Die Auswirkungen des Klimawandels in El Salvador von Jan Braunholz Seit über 20 Jahren werden nun die Auswirkungen und Folgen des Klimawandels infolge der Erderwärmung diskutiert. Ein sogenanntes 2 Grad-Ziel wurde formuliert und gerade auch wieder bei der G 7 Gipfel-Show erneut festgehalten. Doch lässt sich …

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